Flieger aus Lippe trifft sein großes Vorbild

Berufs­pi­lo­ten aus Lei­den­schaft: Peter A. aus Lip­pe und der Apol­lo-Astro­naut Char­lie Duke (jetzt 90 Jah­re alt).

Wer kennt schon jeman­den aus dem Kreis Lip­pe, der schon einem Moon­wal­ker die Hand geschüt­telt hat. Ja genau, das sind die­je­ni­gen, die schon mal auf dem Mond waren. Und das sind/waren nicht so vie­le Men­schen. Genau­er gesagt: gera­de mal zwölf. Neil Arm­strong und Buzz Aldrin waren am 21. Juli 1969 die ers­ten auf dem Erd­tra­ban­ten. Gene Cer­n­an und Har­ri­son Schmitt bei Apol­lo 17 waren im Dezem­ber 1972 die letz­ten. Cer­n­an ist der letz­te Mensch, der sei­nen Fuß von der Mond­ober­flä­che hob.

Charles Duke wur­de bei der fünf­ten bemann­ten Mond­mis­si­on 1972 zum Moon­wal­ker. Und den hat ein Lip­per gera­de höchst­per­sön­lich in Olden­burg erlebt. Peter und Charles hat­ten sich eini­ges zu erzäh­len, denn bei­de sind pro­fes­sio­nel­le Pilo­ten aus Lei­den­schaft. Peter war noch ein Stepp­ke, als der US-Astro­naut erst­mals 1969 als »Cap­com»1 mit Apol­lo 11 in den Welt­raum flog und drei Jah­re spä­ter selbst auf dem Mond spa­zie­ren ging. Damit war er der zehn­te Mensch auf dem Erdbegleiter.

Damals war der frü­he­re Test­pi­lot der Air Force 36 Jah­re alt und damit der bis­her jüngs­te Mensch, der je auf dem Mond war. Die­ses Jahr im Okto­ber ist Duke 90 Jah­re alt gewor­den. Und immer noch unter­wegs. Jetzt war er mit sei­ner Frau Dot­ty auf Deutsch­land­rei­se. Eini­ge Aus­er­wähl­te beka­men Gele­gen­heit, das Paar zu tref­fen und mit den bei­den zu spre­chen. So konn­te auch der NASA-Fan Peter sei­nem Idol aus Kin­der­ta­gen die Hand schüt­teln und eini­ge Wor­te wech­seln. Deutsch­land kann­te Duke bereits. Er war von 1957 an für drei Jah­re in Ram­stein stationiert.

Legen­där ist der moto­ri­sier­te Aus­flug von »Char­lie« und sei­nem Astro­nau­ten­kol­le­gen John Watts Young. Duke war Pilot der Lan­de­fäh­re von Apol­lo 16 unter dem Kom­man­do von Young. Der Com­man­der und Duke stell­ten einen Geschwin­dig­keits­re­kord mit dem Mond­ro­ver auf – und hat­ten dabei ver­mut­lich einen Hei­den­spaß. Sie fuh­ren mit 17 km/h den North Ray Kra­ter her­un­ter – obwohl der Rover offi­zi­ell nur für eine Geschwin­dig­keit von 8 km/h aus­ge­legt war, kaum mehr als Schritt­ge­schwin­dig­keit. Der Rekord wur­de knapp von der Apol­lo-17-Crew gebro­chen, die ihn bis heu­te hält.

Bei ihren Fahr­ten haben die Rover-Aus­flüg­ler Young und Duke knapp 100 Kilo­gramm Mond­ge­stein gesam­melt. Im April 1972 hielt sich Duke wäh­rend drei Exkur­sio­nen ins­ge­samt rund 20 Stun­den auf der frei­en Mond­ober­flä­che auf. Char­lie hat auf dem Erd­tra­ban­ten zwei Din­ge hin­ter­las­sen. Ein Foto sei­ner Fami­lie und eine Medail­le der US Air Force.

Als er 1976 den Dienst bei der NASA quit­tier­te, hat­te Duke 265 Stun­den und 51 Minu­ten im All ver­bracht. Bei sei­nem Abschied von der Air­force hat­te er es auf 4.147 Flug­stun­den gebracht, davon 3.632 in Strahlflugzeugen.

Peter A. berich­te­te dem Cock­pit nach sei­ner unver­gess­li­chen Begeg­nung: »Die Astro­nau­ten von damals und ihre Mis­sio­nen haben mich tief beein­druckt und hat­ten einen gro­ßen Anteil dar­an, dass ich Berufs­pi­lot gewor­den bin.«

Char­lie Duke bei den Astro Awards.

  1. Ein Cap­su­le Com­mu­ni­ca­tor, kurz auch Cap­com, ist in der bemann­ten Raum­fahrt ein Ver­bin­dungs­spre­cher zwi­schen den im All befind­li­chen Astro­nau­ten und der Boden­sta­ti­on. Meist über­neh­men Per­so­nen die­se Stel­lung, die selbst Astro­nau­ten sind.[]

1 Kommentar

  • Ich war 25 Jah­re alt als das pas­sier­te. Ein unbe­schreib­li­che Moment in mei­nem Leben. Jetzt bin ich 81 und erin­ne­re mich noch genau an die­se Situa­ti­on ein gro­ßes Pri­vi­leg, dass ich das erle­ben durf­te. Dan­ke an alle, die dar­an gear­bei­tet haben.

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